Eine Petition der Initiative KHS appelliert an den Rat der Stadt Frechen die Erschließung eines neuen Gewerbegebiets auf der Ackerfläche zwischen Krankenhausstraße und A4 einzustellen. Auch die GRÜNEN in Frechen sehen das neue Gewerbegebiet kritisch.

Eine Vielzahl an Lebewesen leben in dem gesunden Ackerboden. Diese werden durch die Baumaßnahmen vernichtet. Dieser Umstand wird im Umweltbericht völlig ignoriert. Die Bewertung stützt sich auf die Numerische Bewertung von Biotoptypen des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen). Für uns unverständlich, bewertet das LANUV, in der numerischen Bewertung von Biotoptypen für die Eingriffsregelung in NRW auf S. 26, intensiv bewirtschaftete Äcker auf einer Skala von 0 – 10 nur mit 2. Insbesondere wird die Ersetzbarkeit und die Gefährdung/Seltenheit nur mit 1 bewertet, wie aus der Beispielrechnung im Anhang hervorgeht. Dieser Bewertung der Ersetzbarkeit können wir GRÜNEN nicht folgen.

Der Verlust von landwirtschaftlich genutzter Fläche lässt sich regional nicht ausgleichen. Dazu gibt es schlicht viel zu wenig „wilde“ Natur. Im Gegenteil, es wäre mehr als angeraten größere Flächen, deren Bodenqualität weniger gut ist, wiederzu Mooren, Auen und Wäldern zu renaturieren. Doch gerade hier im Rheinland, sind die Äcker besonders fruchtbar und somit unverzichtbar für die Nahrungsmittelversorgung. Aufgrund dieser Tatsache, kommt auch der Umweltbericht der geplanten Änderung des Flächennutzungsplans zu dem Ergebnis, dass die betroffene Fläche als landwirtschaftliche Produktionsfläche von hoher Bedeutung zu bewerten ist . So heißt es auf S.9 des Umweltberichts:

„Bei den Parabraunerden handelt es sich um üblicherweise sehr ertragreiche Böden und sind daher als besonders schutzwürdige Böden bewertet (schutzwürdige Böden in NRW). Bedeutend ist das Vermögen der Böden Schadstoffe (z.B. CO2) zu filtern, zu puffern und umzuwandeln. Dies können Böden mit weitgehend natürlichem Aufbau. Im Bereich der Ackerflächen im Planungsgebiet ist der natürliche Bodenaufbau im Wesentlichen ungestört. Das Plangebiet hat im Schutzgut Boden daher eine hohe Bedeutung.“

Versiegelte Flächen heizen den urbanen Raum auf – begrünte Flächen kühlen ab.

„Die Ackerfläche im Plangebiet hat als Kaltluftentstehungsgebiet grundsätzliche Bedeutung für das lokale Klima“, urteilt der Umweltbericht auf S. 10. Durch Fassadenbegrünung, Dachbegrünung, und intelligente Kompromisse zwischen Versiegelung und Grünflächen, lässt sich auch im bebauten Gebiet eine Balance herstellen. Dazu müssen dieseMöglichkeiten jedoch deutlich stärker als bisher in der Planung berücksichtigt werden. Hier werden die GRÜNEN ansetzen, um zu retten, was zu retten ist.

Auch die Verkehrspolitiker der GRÜNEN warnen vor dem neuen Gewerbegebiet. Schon heute sind die Bonnstraße, die Krankenhausstraße sowie die Autobahnen A4 und A1 bereits überlastet. Durch die vorliegenden Pläne ist ein Verkehrschaos vorprogrammiert. Krankenhausstraße und Bonnstraße können dem prognostizierten Anstieg des Verkehrsaufkommens nicht gerecht werden. Um den Verkehrskollaps in diesem Bereich zu verhindern und um ungenutzte Verkehrsflächen wie sie in anderen Gewerbegebieten im Stadtgebiet zu vermeiden, sollte auf öffentliche Parkplätze verzichtet werden. Stattdessen müssen die Alternativen wie ÖPNV und Radverkehr gestärkt werden.

Die Versorgung durch den ÖPNV in diesem Bereich ist ungenügend. Die Linie 976 fährt die Haltestelle Gut Neuenhof zu selten an. Die Haltestelle Euro Park/Nord ist zu weit weg, so dass die Linie 965 nicht zum Zuge kommt. Die GRÜNEN fordern daher eine eigene Bushaltestelle im Gewerbegebiet und sprechen sich für eine Taktverdichtung der Linie 976 aus.

Wer die Generationengerechtigkeit ernst nimmt, muss aufgrund der Klimakatastrophe letztendlich zu dem Schluss kommen, dass das Gewerbegebiet nicht gebaut werden darf. Daher empfehlen die GRÜNEN den Frechener Bürger*innen auch die Teilnahme an der Petition dazu.

https://www.change.org/p/rat-der-stadt-frechen-keine-weitere-versiegelung-von-böden-durch-gewerbegebiete